Servus aus Graz – der sonnigen Hauptstadt der Steiermark in Ö-Streich!
Gestern Abend gab es in Zagreb endlich mal wieder etwas frisch Gezapftes zum Essen. Die letzten Tage auf dem Balkan bestanden biermäßig hauptsächlich aus: „Hier deine Flasche.“
Für einen neuen PIVO-Index wäre das völlig unbrauchbar gewesen. Wissenschaftlich nicht belastbar.
Heute Morgen war es dann schwieriger, aus Zagreb rauszukommen als gleichzeitig aus Belgrad, Sarajevo und vermutlich auch aus einem IKEA-Parkhaus am Samstagmittag.
Überall Autos. Überall Ampeln. Und gefühlt waren ALLE rot.
Je weiter wir Richtung Norden kamen, desto flacher wurde Kroatien – und desto besser wurden plötzlich die Straßen. Nach Bosnien fühlte sich das an wie der Wechsel vom Truppenübungsplatz Bergen-Hohne direkt auf den Nürburgring.
Bei Rogatec ging es dann rüber nach Slowenien. Dank Schengen mittlerweile völlig unkompliziert. Kein Grenzer, kein Stempel, kein „Wo kommen Sie her?“, nur ein Schild und plötzlich kostet der Kaffee wieder mehr.
Kurz hinter der Grenze gönnten wir uns erstmal den zweiten Kaffee des Tages plus ein gepflegtes Eis. Endlich mal wieder etwas für die Seele und nicht nur für die Stoßdämpfer.
Über Maribor ging es weiter Richtung Ö-Streich.
Schon die Ortsnamen klangen plötzlich wieder herrlich deutsch und leicht nach Skifahren, Blasmusik und geordneten Steuererklärungen.
Kurz hinter der Grenze machten wir die letzte Kaffeepause bei Leyla Gag in der Steiermark. Sehr nette Location, tolle Gastgeberin und dort trafen wir prompt auf Gäste aus Wolfsburg.
Natürlich ging es sofort um Fußball.
Wir versuchten die sensationelle Leistung von Hannover 96 vom Vortag irgendwie schönzureden, während die Wolfsburger mit der gewohnten VW-Arroganz leicht hämisch grinsten.
Konnten wir aber abwehren. Wolfsburg steht schließlich selbst permanent am sportlichen Abgrund – nur mit besserem Werksparkplatz.
Auffällig war heute:
Die Straßen in Slowenien und Ö-Streich sind wirklich tadellos. Kein Schlagloch, kein Gerüttel, keine Überraschungen. Wahrscheinlich reparieren die hier Straßen noch, BEVOR ein Motorradfahrer samt Bandscheibenvorfall darin verschwindet.
Man fragt sich natürlich:
Haben die auch ein Sondervermögen Infrastruktur aufgelegt oder machen die einfach ihren Job?
Was uns heute allerdings wirklich fehlte: Der Duft osteuropäischer Automobilgeschichte.
In Bosnien hatten wir ständig alte VW Golf 2 oder Passat vor uns, bei denen hinten links gefühlt nur noch Hoffnung und Rost die Federbeine zusammenhielten. Dazu blauer Qualm aus dem Auspuff, als würde jemand Altöl direkt mitverbrennen.
Es roch bestialisch. Und irgendwie… vermissen wir den Duft jetzt schon ein bisschen.
Das Wetter war heute jedenfalls perfekt: Sonne satt, wolkenlos und angenehme 16 bis 23 Grad.
Jetzt sind wir in Graz angekommen. Und ehrlich gesagt: Wir wussten gar nicht, dass die Steiermark SO hügelig ist.
Mal schauen, was der Abend kulinarisch bringt. Wahrscheinlich irgendwas mit Schnitzel oder Sachertorte.
Morgen melden wir uns dann aus Tschechien – aus Chomutov an der Moldau. Da tanken wir dann auch. Bei den Ösis ist uns das zu teuer.
Bis denne…






