Gestern ging’s um 8:30 Uhr in Bad Berka los. Die Fahrer des Vertrauens: Jupp und Daniel mit ihren Wasserbussen. Außentemperatur: stabile 8 Grad. Wetterlage: leichter Nieselregen mit Aussicht auf komplette Aufgabe der Lebensfreude.
Die Route führte über Jena, Gera und Zwickau Richtung Prag zur Autozugverladung nach Kosice in der Slowakei.
In Zwickau dann erstes wichtiges Etappenziel: Kaffee an einer Aral-Tankstelle. Dort bekam Daniel von einer älteren Dame die wohl ehrlichste Diagnose des Tages: „Sie sehen nicht krank aus.“ Der Anlass? Er hatte ihr heldenhaft einen Kaffeebecherdeckel gereicht. Thüringer Freundlichkeit lebt.
Ab dem Erzgebirge wurde das Wetter dann komplett beleidigend. Dauerregen, Dreckswetter, keine Menschenseele unterwegs. Selbst die Kühe hatten vermutlich keinen Bock mehr rauszugehen. Wie wir auf unseren Kisten.
Doch kaum in Tschechien angekommen: plötzlich Sonne! Temperaturen stiegen bis auf 16 Grad und die Laune gleich mit. Nach insgesamt 350 Kilometern rollten wir gegen 16.00 Uhr in Prag ein.
Dort wurde als erstes ordentlich gegessen und für sensationelle 2,02 € ein 0,5l Pivo Fahrbier vernichtet. Man versteht sofort, warum die Tschechen so entspannt wirken.
20 Uhr: Verladung der Motorräder auf den Autozug Richtung Kosice. Danach Einzug ins 3er-Abteil mit Thomas. Schön eng. Schön kuschelig. NATO-Standards wurden eingehalten.
Zum Abschluss noch Cola-Bacardi als Schlummertrunk, bevor der Autozug um 21:30 Uhr Richtung Osten losrumpelte.
Heute Morgen Frühstück im Zug und um 8:30 Uhr Ankunft in Kosice. Motorräder abladen, Gepäck sortieren und direkt weiter Richtung Ungarn und Rumänien.
Starttemperatur entspannte 16 Grad, ab Mittag dann 23 Grad und den ganzen Tag Sonne. Nach gestern fühlte sich das fast illegal an.
In Ungarn ging’s zweimal mit der Fähre über die Tisza. Preisgestaltung irgendwo zwischen offizieller Gebühr und „mach mal irgendwas passend“: von 500 Forint bis 5 Euro – vermutlich flexible Schwarzgeldtarife mit Tagesform.
In irgendeinem ungarischen Dorf gab’s eine Kaffeepause. Währenddessen umlagerte die Dorfjugend unsere Mopeds wie Archäologen einen frisch entdeckten Schatz. Wahrscheinlich haben die noch nie zwei deutsche Reiseenduros mit so viel Gepäck gesehen.
Je weiter Richtung Rumänien, desto mehr EU-Flaggen waren zu sehen. Auffällig: keine Ukraine- oder Regenbogenflaggen wie bei uns daheim. Dafür viele freundliche Leute, Sonne und warme Temperaturen.
Trotzdem war’s ein zäher Tag. Viele Stunden langsame Fahrt, insgesamt nur 290 Kilometer. Straßenqualität wechselte zwischen „ganz okay“ und „war das eben noch Asphalt?“.
Jetzt sind wir in Baia Mare angekommen, bekannt durch den Handballverein HC Minaur Baia Mare aus dem letzten Jahrtausend.
Der Plan für heute Abend:
Schön essen gehen, Fahrbier vernichten und die Knochen sortieren. Morgen dann weiter Richtung Abenteuer und Zentral Rumänien.






