Heute war Fahrpause. Nach bereits über 3.500 Kilometern wollten wir uns im Herzen des Riesengebirges ein wenig erholen. Was lag da näher, als der Schneekoppe bei Pec pod Sněžkou einen Besuch abzustatten? Der Tag verging wie im Flug und das verdiente Fahrbier gab es heute bereits kurz nach dem Mittag.
Wer im Riesengebirge unterwegs ist, kommt an ihr nicht vorbei: der majestätischen Schneekoppe. Mit stolzen 1.603 Metern ragt sie über die Landschaft hinaus und trägt gleich mehrere Titel auf einmal: höchster Berg des Riesengebirges, der Sudeten und sogar ganz Tschechiens. Nicht schlecht für einen Berg, der meistens aussieht, als hätte er seine eigene Wettermaschine dabei.
Das Besondere an der Schneekoppe: Genau über ihren Gipfel verläuft die Grenze zwischen Polen und Tschechien. Wer oben steht, kann also mit einem Fuß in Polen und mit dem anderen in Tschechien stehen – ein perfekter Ort für Menschen, die sich einfach nicht entscheiden können. Spätestens am Smartphone merkt man, wie präsent beide Länder dort oben sind. 5G ist auf der Schneekoppe definitiv Programm.
Auf tschechischer Seite liegt das charmante Bergstädtchen Pec pod Sněžkou, während sich auf polnischer Seite Karpacz ausbreitet. Beide Orte leben vom Tourismus und sind perfekte Ausgangspunkte für Wanderungen und Ausflüge auf den Gipfel.
Die Schneekoppe ist längst kein einsamer Geheimtipp mehr. Besonders im Sommer pilgern täglich hunderte Wanderer hinauf. Manche sportlich mit Wanderstöcken und Hightech-Schuhen, andere eher überraschend optimistisch in Jeans und Turnschuhen.
Wir hatten Glück. Unter der Woche und jetzt Mitte Mai hielt sich der Besucherandrang noch in Grenzen. Abgesehen von ein paar armen Schulklassen, die hier hochlaufen mussten, war es angenehm ruhig. So konnten wir entspannt mit der Seilbahn ohne großes Anstehen hinauf- und später auch wieder hinunterfahren.
Bei der Auffahrt wird innerhalb weniger Minuten aus grüner Berglandschaft mit Nadelhölzern eine raue Hochgebirgswelt mit kühlem Wind und spektakulären Ausblicken.
Und Wind gibt es dort oben reichlich. Die Schneekoppe gehört zu den windigsten Orten Mitteleuropas. Das haben wir in der Vergangenheit schon einige Male erlebt, als die Seilbahn wetterbedingt nur bis zur Mittelstation fahren durfte.
Oberhalb der Waldgrenze verändert sich die Landschaft komplett. Statt dichter Wälder dominieren Steine, Grasflächen und eine fast schon nordische Atmosphäre. Bei gutem Wetter reicht der Blick kilometerweit über das Riesengebirge. Sogar den Altvater konnten wir von hier oben schon sehen. Heute war die Sicht allerdings meist eingeschränkt, denn ständig lagen Wolken über der Kuppe. Ab und zu kam ein wenig Sonne durch und erwärmte uns.
Auf dem Gipfel stehen mehrere markante Gebäude. Besonders bekannt ist die kleine Laurentiuskapelle, die bereits seit Jahrhunderten Wind und Wetter trotzt.
Daneben befindet sich die futuristisch wirkende Wetterstation auf polnischer Seite. Das Gebäude sieht aus, als hätte jemand ein UFO mitten im Gebirge geparkt. Tatsächlich stammt die Station aus den Jahren 1969 bis 1974 und gehört heute zu den bekanntesten Wahrzeichen der Schneekoppe.
Auf tschechischer Seite wartet außerdem die höchstgelegene Poststelle des Landes. Ja, man kann tatsächlich Postkarten direkt vom Gipfel verschicken – vermutlich mit dem stillen Wunsch, dass die Freunde zuhause ein kleines bisschen neidisch werden. Das kann man aber auch, bei dem Ausblick.
Die Schneekoppe ist mehr als nur ein hoher Berg. Sie ist ein Ort voller Natur, Geschichte und überraschender Wetterumschwünge. Egal ob ambitionierter Wanderer, gemütlicher Seilbahnfahrer oder einfach nur Aussichtsliebhaber – ein Besuch auf der Schneekoppe bleibt in Erinnerung.
Bemerkenswert ist immer wieder die Ruhe, die die Schneekoppe vermittelt. Wenn man erst einmal oben angekommen ist, könnte man stundenlang in die Landschaft schauen. Es wird einfach nicht langweilig und man kann die Gedanken wunderbar treiben lassen und entspannen.
Die Sicht hätte heute zwar besser sein können, aber auch so war es wie immer ein Erlebnis, hier oben sein zu dürfen.
Heute erholen wir uns noch ein wenig in Petzer, bevor es morgen über Polen zurück in das Land mit den vermutlich höchsten Spritpreisen Europas geht.
Sobald wir morgen die aktuellen Preise aus Polen haben, können wir auch den Spritpreis-Index 2026 abschließen. Es ist schon ernüchternd, welche Verschiebungen die Menschen in Europa inzwischen erleben.
Wir wünschen Euch sonnige und entspannte Pfingsttage 2026!






